esports

Test: Reanimal – Das bessere Little Nightmares 3?

Little Nightmares 3 kam bei uns im Test nicht allzu geht weg. Der Charme der tollen Vorgänger war zwar vorhanden, aber spielerisch haperte es leider. Das lag vielleicht auch daran, dass es sich um ein neues Entwicklerstudio handelt. Das ursprüngliche Studio arbeitete nämlich in der Zwischenzeit an einem neuen Spiel: Reanimal. Das sieht zwar aus wie Little Nightmares, aber ist es auch so gut?

 

Ein bekanntes Studio

Tiefdunkle Nacht. Offenes Meer. Ein Boot mit zwei mysteriös anmutenden Kindern und vor ihnen eine dunkle Welt und dichter Nebel. Das ist der Start von Reanimal und bereits hier werden einige Sachen klar. Denn stilistisch ähnelt der Titel von Tarsier Studios ihren vorigen Werken, Little Nightmares & Little Nightmares 2. Auch hier haben wir eine ähnliche Perspektive aus der wir ein Kind in einer finsteren Welt spielen. Doch ähnlich wie in Little Nightmares 3, ist man in dem Horror-Puzzle-Platformer nicht allein. Auch hier wird man von einer weiteren Figur begleitet, wahlweise gesteuert durch einen Freund oder den NPC. Das war in LN3 insgesamt eine große Schwäche, weil das Spiel nicht so wirklich ein spannendes Koop-Konzept bot. Aber ob das hier auch so ist, beantworte ich später genauer.

Blümchen, Sonnenschein und gute Laune werdet ihr hier nicht finden. | Bild © 2026 THQ Nordic

 

Beklemmend gut

Ein Merkmal der geistigen Vorgänger ist die Stimmung und Atmosphäre. Die weiß Reanimal ebenfalls hervorragend einzufangen. Denn hier wird nicht nur der Art-Style toll eingefangen, sondern grafisch legt Reanimal noch mal eine Schippe oben drauf. Die detaillierten Umgebungen werden dank der tollen Lichtstimmung und Schatten wunderschön in Szene gesetzt und auch die Effekte und Animationen haben mich nochmal mehr begeistern können. Dadurch, dass man aber auch als Figur nie ganz alleine ist, gibt es einen kleinen Abzug in der B-Note.

Denn dieses Gefühl völlig alleine und zurückgelassen zu sein, leidet natürlich dadurch etwas. Was aber wieder herausragend funktioniert ist das Character & World Design. Die Wesen sehen absolut verstörend aus, geben furchteinflößende Geräusche von sich und auch die Welt an sich besticht durch extrem düstere und beeindruckende Kulissen. Dazu sorgt die teils subtile, teils brachiale Soundkulisse für eine mehr als stimmige Gesamtatmosphäre. Well done! Das fühlt sich richtig gut an!

Reanimal

Reanimal traut sich auch mal heftige Bilder zu liefern. | Bild © 2026 THQ Nordic

 

Nie komplex, aber unterhaltsam

Aber das hat LN3 zugegebenermaßen insgesamt auch gut hinbekommen. Spielerisch haperte es aber deutlich. Aber auch hier legt Reanimal einen sauberen Auftritt auf’s Parkett. Die Steuerung ist viel präziser und reaktiver. Natürlich immer noch mit dem typischen Wobbly-Effekt, aber ohne, dass es spielerisch im Weg steht. Das Spielprinzip ist im Kern bekannt. Es gilt die mysteriöse Horror-Welt zu erkunden, kleinere Platforming-Passagen zu meistern und Puzzle zu lösen. Dazu kommen Escape-Passagen und Stealth-Bereiche, sodass ein abwechslungsreicher Mix aus verschiedenen Spielmechaniken entsteht. Doch der Clou steckt eher im Koop-Gameplay. Denn viele der Rätsel lassen sich nur zu zweit lösen und sind dementsprechend so designed.

Die Rätsel und Platforming-Passagen reichen von einfach und simpel, bis hin zu etwas knackiger, ohne aber wirklich schwierig zu werden. Ich würde sogar fast sogar gehen und sagen, es ist im Schnitt sogar einen Schnuff zu einfach. Auch in der Komplexität der Puzzle hält sich alles relativ in Grenzen. Da hätte man gerne noch ein wenig drauf packen können.

Reanimal

Oftmals sollte man sich an den Gefahren besser vorbeischleichen. | Bild © 2026 THQ Nordic

 

Was zur Hölle passiert hier?

Aber: Reanimal schaffst trotzdem, dass ich stets eine Menge Spaß habe. Das liegt natürlich zum Großteil daran, dass ich die beeindruckende und beklemmende Welt aufsauge. Aber auch die Szenarien der Rätsel unterscheiden sich stark. In einer Szene muss ich beispielsweise einen altes Flak-Geschütz auf ein Monster richten, während ich an anderer Stelle auf dem Meeresgrund ein Auge aus einem Monster entfernen und in einen riesigen Wal einsetzen muss (Ja, ich weiß. Klingt wild!). Auch Kämpfe gibt es in Reanimal. Die sind aber sehr basic und tauchen nur sporadisch auf. Ist nett zur Auflockerung, ein tiefes Spielelement ist es aber nicht wirklich.

Viel spannender ist dann allerdings, wenn man sich auch zu Wasser zur Wehr setzen muss. Man findet nämlich im Verlauf des Spiels Harpunen, um sich gegen heranschwimmende Kreaturen zu wehren. Auch das ist simpel, aber Reanimal legt ein gutes Tempo an immer neuen Szenarien und Spieleabschnitten hin, sodass einfach für Abwechslung gesorgt wird.

Reanimal

Keine Ahnung, was es ist. Aber man sollte davor fliehen! | Bild © 2026 THQ Nordic

 

Raum für Teil 2?

Oh und natürlich gibt es auch eine Story. Aber ich bin ehrlich: Ich hatte nach dem Durchspielen mehr Fragezeichen im Kopf, als vorher. Reanimal erzählt ohne viel Dialog mehr oder weniger ein Erlebnis und eine Erfahrung, als eine Geschichte. Denn die ist in ihrer Ausführung eher subtil. Somit lässt sie auch aber leider viel unbeantwortet und offen. Viel Raum für Interpretation, wenig für Erklärung. Und trotzdem lässt das Ende Raum für einen Nachfolger. Unterdessen traut sich Reanimal aber auch teils krasse Szenen darzustellen. Bildgewaltig und nicht gerade zimperlich. Das macht es aber auch so unfassbar intensiv und mitreißend. Übrigens hatte ich während des Durchspielens nie ein Problem mit der von der KI-gesteuerten Figur. Sie nahm mir die Rätsel nie vorweg, stand nie im Weg und kooperierte gut. Somit hat man auch als Solo-Spieler ein rundum sauberes Erlebnis. Noch spaßiger dürfte es natürlich im Koop-Modus mit einem eurer Freunde sein! Das funktioniert per Online-Koop oder auch offline auf der Couch.

Reanimal

Stellenweise gibt es auch kleinere Passagen mit Kämpfen. Die sind zweckmäßig, aber eine nette Ergänzung. | Bild © 2026 THQ Nordic

 

[/vc_column_text]

Fazit zu Reanimal

Meiner Meinung nach ist Reanimal das, was Little Nightmares 3 hätte sein können. Atmosphärisch legt man hier nochmal eine Schippe drauf, die Steuerung ist präziser und technisch ist das mysteriöse Abenteuer ebenfalls hervorragend gelungen. Reanimal ist eine unglaublich intensive und spannende Reise, die von mir aus sogar gerne noch länger hätte gehen können. Denn nach gut 6 Stunden endete der verstörende Horror-Trip und hinterließ einen positiven Eindruck. Wenn ich Reanimal etwas vorwerfen könnte, dann dass es in seinen Puzzles und seinen Koop-Mechaniken gerne noch etwas komplexer und anspruchsvoller hätte sein dürfen. Hier bietet man mir zwar kreative und abwechslungsreiche Szenarien, aber die Schwierigkeitskurve ist immer sehr überschaubar hoch, als auch die Notwendigkeit den Denkapparat sehr zu fordern. Das klappt gut alleine, denn der computergesteuerte Companion macht einen souveränen Job. Noch spaßiger ist es aber natürlich in der Interaktion mit Freund oder Freundin, sofern (!) man auch mal dann die wesentlichen Momente auf sich wirken lässt, in denen sich das Spiel atmosphärisch zuspitzt.

Somit ist Reanimal unterm Strich eine schöne, verstörende Erfahrung, die insbesondere atmosphärisch, inszenatorisch und in seiner Präsentation überzeugt. Es ist der etwas würdigere (indirekte) Nachfolger zu Little Nightmares, von dem ich mir in Zukunft definitiv noch einen weiteren Ableger wünsche! Immerhin kommen ja noch zukünftig DLC’s, aber das macht Reanimal auch zu einem relativ teuren Vergnügen, was definitiv einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

Christian Koitka (Redakteur)

Positiv:

Ein atmosphärisches Brett
Audio-visuell beeindruckend
Tolle Inszenierung mitunter verstörenden Szenen
Präzises Handling
NPC-Companion funktioniert gut, falls kein menschlicher Koop-Gefährte zur Seite steht

Negativ:

Test-Fassung hatte noch hier und da kleinere Clipping-Fehler
Selten anspruchsvoll und Rätsel hätten noch komplexer ausfallen dürfen

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Falls du von Little Nightmares 3 etwas enttäuscht warst, wirst du hiermit deutlich glücklicher.

[/vc_column][/vc_row]

Der Beitrag Test: Reanimal – Das bessere Little Nightmares 3? erschien zuerst auf NAT-Games.

Read full story at www.nat-games.de →